Der deutsche Journalist und Lyriker Edgar Kupfer-Koberwitz, 1906 - 1991, der im KZ Dachau inhaftiert war :

Ich weigere mich Tiere zu essen, weil ich mich nicht von anderen Lebewesen, die gelitten haben und getötet wurden, ernähren kann. Ich weigere mich dies zu tun, weil ich selbst so schmerzensreich gelitten habe, dass ich den Schmerz anderer fühle, wenn ich mich meiner eigenen Leiden erinnere.

Ich fühle mich glücklich, da niemand mich verfolgt; warum soll ich andere Lebewesen verfolgen oder der Grund ihrer Verfolgung sein? Ich fühle mich frei, da ich kein Gefangener bin; warum sollte ich der Grund dafür sein, andere Lebewesen zu Gefangenen zu machen und sie ins Gefängnis zu bringen?

Ich fühle mich glücklich, da mir keiner ein Leid zufügt; warum sollte ich anderen Lebewesen Leid zufügen oder der Grund dafür sein, dass ihnen Leid zugefügt wird?

Ich fühle mich glücklich, da niemand mich verletzt; warum sollte ich andere Lebewesen verletzen oder töten oder der Grund dafür sein, dass sie zu meiner Freude und Bequemlichkeit verletzt oder getötet werden.

Diese Lebewesen sind kleiner und hilfloser als ich es bin, aber kannst Du Dir einen vernünftigen Menschen mit edlen Gefühlen vorstellen, der bereitwillig diese Tatsache als Grund benutzt, das Recht für sich in Anspruch nimmt, die Schwäche oder die geringere Größe auszunutzen? Glaubst Du nicht, dass es gerade des Größeren, des Stärkeren, des Mächtigeren Pflicht ist, die schwächeren Lebewesen zu schützen, statt sie zu verfolgen, statt sie zu töten?


Pablo Picasso: 

Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an. Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind.


Elizabeth Marshall Thomas, Verhaltensforscherin:

Was wollen Hunde am meisten? Sie wollen dazugehören, und sie wollen ihresgleichen.  Jedoch gehen Hunde nicht automatisch Bindungen miteinander ein, nur weil sie den ganzen Tag miteinander verbringen oder unter demselben Dach wohnen. Stattdessen gelangen viele, wenn nicht die meisten in Gruppen lebenden Hunde zu einer Beziehung ähnlich der von Kollegen in einem Büro: sie legen die Rangordnung sofort fest, begnügen sich aber danach oft damit, lediglich Streit zu vermeiden. Gibt es etwas zu tun, etwa vor Eindringlingen zu warnen oder andere Hunde zu vertreiben, dann arbeiten die vierbeinigen Hausgenossen gewöhnlich zusammen, und oft wandern oder jagen sie auch gemeinsam. Aber eine derartige Kooperation besagt bloß, dass die Beziehung untereinander freundlich ist, mehr nicht.


Sir David Frederick Attenborough, britischer Tierfilmer, Naturforscher und Schriftsteller:

Wenn ein Wolf einen Kampf gegen einen anderen Wolf verliert und erkennt, dass er keine Chance mehr hat zu siegen, bietet er seinem Gegner ruhig seine Kehle dar – als wollte er sagen: „Ich habe verloren, mach ein Ende damit.“ Doch in diesem Moment geschieht etwas Unglaubliches: Der siegreiche Wolf wird wie gelähmt.

Seit Jahrtausenden hindert ihn eine unbezwingbare Kraft daran, denjenigen zu töten, der die Weisheit besitzt, seine Niederlage demütig anzuerkennen. Ein grundlegender Mechanismus, eingeprägt in die DNA oder vielleicht noch tiefer, hält den Sieger zurück und erinnert ihn daran, dass das Überleben der Art wichtiger ist als die Befriedigung, einen Rivalen zu vernichten. In der Welt der Wölfe nennt niemand den, der seine Niederlage akzeptiert, einen Feigling. Niemand verurteilt den, der hätte töten können, sich aber zurückhielt. Einen „Sieger“ gibt es in diesem Moment nicht. Die beiden Wölfe gehen auseinander, und der Kreislauf des Lebens setzt sich fort.

Wenn die Menschen doch nur von den Wölfen lernen würden – und sich nicht gegenseitig töten müssten für Selbstbestätigung, Stolz, Geld oder Macht! Alle Antworten lassen sich finden, wenn wir die Sprache der Natur beobachten.